Wenn das Herz spricht – Herzklopfen zwischen Freude und Warnsignal
- Jutta Pietsch

- Sep 7, 2025
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Herzklopfen – allein das Wort klingt lebendig, aufregend, fast schon romantisch. Wir verbinden es mit dem Gefühl der Verliebtheit, mit Vorfreude oder mit dem Moment, in dem uns etwas tief berührt. Doch manchmal kann dieses Klopfen auch beunruhigend wirken – als wäre etwas aus dem Takt geraten. Zwischen Lebensfreude und Warnsignal liegt oft nur ein feiner Unterschied.
Die Sprache des Herzens
Unser Herz reagiert auf innere und äußere Impulse: Freude, Aufregung, Stress, aber auch körperliche Veränderungen. Dieses Wechselspiel ist eigentlich ganz normal – doch wenn Herzklopfen neu auftritt oder sich ungewöhnlich anfühlt, ruft es verständlicherweise Unsicherheit hervor.
In der medizinischen Fachsprache nennt man diese Empfindungen Palpitationen. Sie können völlig harmlos sein – oder Ausdruck einer Erkrankung. Deshalb gilt: Tritt Herzklopfen zum ersten Mal auf, ist eine ärztliche Abklärung immer sinnvoll.
Mögliche Ursachen
Organische Faktoren Herzrhythmusstörungen, eine Verdickung des Herzmuskels, Verengungen der Herzkranzgefäße oder Veränderungen im Reizleitungssystem.
Ganzheitliche Aspekte Blockaden in der Wirbelsäule, Verspannungen im Brustkorb, hormonelle Veränderungen (z. B. in den Wechseljahren), Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Nährstoffmängel (Magnesium, Kalium) oder chronischer Stress.
Nach Infekten Entzündungsprozesse können Gefäßwände und Blutzellen verändern, sodass das Herz empfindlicher auf Belastungen reagiert.
Systemische Einflüsse Störungen der Schilddrüse, Dehydrierung, unausgeglichener Säure-Basen-Haushalt oder ein überaktives Nervensystem (Sympathikusdominanz).
Ganzheitliche Sichtweise
In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) ist das Herz weit mehr als ein Muskel, der Blut durch den Körper pumpt. Es gilt als Sitz des Shen – unseres Geistes, Bewusstseins und unserer emotionalen Klarheit. Wenn das Shen in Harmonie ist, spüren wir innere Ruhe, einen klaren Blick, stille Freude und eine warme Ausstrahlung. Gerät es jedoch ins Ungleichgewicht, kann das Herz unruhig werden – manchmal als Schlaflosigkeit, Nervosität, Ängstlichkeit oder spürbares Herzklopfen.
Das mittlere Energiefeld, auch „zweites Dantian“ genannt, gilt in der TCM als Ort, an dem sich Wärme, Vitalität und Lebenskraft sammeln. Für mich ist es wie ein innerer Herd, auf dem das Feuer unseres Lebens brennt – mal sanft und wärmend, mal lodernd vor Begeisterung, mal unruhig flackernd, wenn uns etwas beschäftigt.
Im Yoga entspricht dieser Bereich dem Herzchakra, Anahata, dem Zentrum für Mitgefühl, Liebe und Verbundenheit. Hier begegnen sich körperliche und feinstoffliche Ebenen. Oft wird es als leuchtender Energiepunkt beschrieben, der nach vorne und nach hinten strahlt – für mich ein schönes Bild für Austausch, Offenheit und harmonische Verbindung.
Wenn wir diese beiden Sichtweisen verbinden, entsteht ein lebendiges Bild: Das Herz ist nicht nur ein Organ, sondern ein Zentrum, in dem sich Lebensenergie, Gefühle und unsere Fähigkeit zu tiefer Verbindung bündeln. Wer Herzklopfen spürt, erlebt also nicht nur einen körperlichen Vorgang – oft schwingt auch eine energetische und emotionale Resonanz mit. Und so lohnt es sich, zu fragen: Was bewegt mich gerade – körperlich, seelisch, energetisch?
Was du selbst tun kannst
Bewusstes Atmen, um das Nervensystem zu beruhigen und den Parasympathikus zu aktivieren
Bewegung, die Freude macht, wie Yoga, Qigong oder Spazierengehen
Ausgewogene Ernährung, die den Säure-Basen-Haushalt unterstützt
Achtsamkeit für hormonelle Veränderungen und mögliche Unverträglichkeiten
Genügend Flüssigkeit und eine gute Mineralstoffversorgung
Pausen im Alltag, um Stress abzubauen
Fazit
Herzklopfen ist kein Feind, sondern ein Signal. Es erinnert dich daran, genauer hinzuspüren: Lebst du in deinem Rhythmus – oder ist es Zeit, etwas zu verändern?
Höre zu, vertraue deinem Körper – und hole dir medizinische Begleitung, wenn es nötig ist.
In unserem nächsten Beitrag gehen wir dann auf die Bedeutung von Herz und Wirbelsäule ein.
Herzlich, deine Jutta



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