Verbindung statt Verzicht – dein Bauch als Kompass zurück zu dir
- Jutta Pietsch

- Jun 17, 2025
- 4 min read
Mit diesem dritten und letzten Teil meiner Serie „Darm, du Spiegel meiner Selbst“ schließt sich ein Kreis. In den letzten Wochen durfte ich nicht nur als Begleiterin in Beratungen wirken, sondern auch als stille Beobachterin – im Alltag, im Gespräch, im gemeinsamen Erleben.
Ganz besonders eindrücklich war für mich die Zeit im Rahmen meines Drei-Monats-Programms. Ich durfte miterleben, wie sich innere Blockaden lösen, wenn Menschen beginnen, sich selbst mit neuen Augen zu begegnen. Wenn Verbindung entsteht – zu sich, zum Körper, zur eigenen Geschichte.
Ich denke an:
die 80-jährige Frau, die nach Jahrzehnten wieder Zugang zu Selbstliebe fand
die Klientin, die mutig ihren beruflichen Weg erkannte – und ihren eigenen Wert
die junge Frau mit chronischen Verdauungsbeschwerden, bei der sich spürbare Linderung einstellte
und die Teilnehmerin, die nicht nur 8 Kilo verlor, sondern innerlich aufblühte – ihre Schönheit von innen nach außen sichtbar wurde
Diese Veränderungen sind kein Zufall – und keine Magie. Sie sind das Ergebnis von Rhythmus, bewusster Zuwendung, innerer Verbindung. Und oft: von leisen, regelmäßigen Schritten im Alltag, die das System beruhigen und Vertrauen aufbauen.
Beobachtungen aus dem echten Leben
Ob auf dem Markt, im Café, in der Praxis oder beim Spaziergang – immer wieder begegnen mir Menschen, die kaum noch mit sich verbunden essen. Sie kauen im Gehen, schlucken hastig zwischen zwei Terminen, sagen: „Zum Kochen fehlt mir einfach die Zeit.“ Ihr Körper? Wird zur Nebensache – aus Notwendigkeit, nicht aus Gleichgültigkeit.
Und dann höre ich in meinen Sitzungen Sätze wie:
„Ich habe das Gefühl, mein Körper kommt gar nicht mehr zur Ruhe.“
„Mein Bauch ist ständig aufgebläht – dabei ernähre ich mich doch gesund.“
„Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht mehr, was mir wirklich gut tut.“
Was in solchen Momenten fehlt, ist selten Wissen. Was fehlt, ist: Rhythmus. Selbstanbindung. Und echte, gelebte Ruhe.
Verdauen ist ein Zustand – nicht nur ein körperlicher Vorgang
Unser Darm ist weit mehr als nur ein Verdauungsorgan – er verarbeitet nicht nur die Nahrung, die wir zu uns nehmen. Er nimmt auch Emotionen, Stress und unerledigte Gedanken auf und spiegelt damit unser gesamtes inneres Erleben wider. So beeinflusst er Körper und Geist auf vielfältige Weise. Er verdaut demnach auch:
Streit
Leistungsdruck
Reizüberflutung
alte, unverdaute Gedanken
emotionale Spannungen
das ständige „Funktionieren müssen“
Wenn wir uns keine Pausen gönnen, kein Innehalten erlauben, bleibt vieles im System stecken. Dann beginnt es zu gären – im Bauch, im Geist, in der Stimmung.
Alltagsrituale, die Großes bewirken
Ich habe erlebt, wie kleine Veränderungen, regelmäßig angewendet, große Wirkung entfalten können:
1. Warmes Wasser am Morgen
Ein halber Liter warmes Wasser vor dem Handy, vor dem Tag 👉 reinigt, reguliert, aktiviert
2. Atem vor dem Essen
3× tief in den Bauch atmen – Schultern senken – ankommen - Der Körper schaltet auf Verdauung, nicht auf Flucht
3. Katze-Kuh im Sitzen
Zwei Minuten – Rücken wölben und strecken - Bewegung im Bauchraum aktiviert die Mitte
4. Bewegungspausen
Alle 1–2 Stunden aufstehen, ausschütteln, durchatmen - Der Darm liebt Dynamik
5. Achtsames Essen
Ohne Handy. Ohne Nachrichten. Ohne Hetze. - Nur du und das, was dich nährt
Kräuterbegleiter für Bauch & Nervensystem
Einige pflanzliche Begleiter können deinen Alltag sanft unterstützen und dein Wohlbefinden stärken. Dazu zählen Kräuter, die beruhigen, den Darm entlasten oder das hormonelle Gleichgewicht fördern. Diese natürlichen Helferinnen bringen Harmonie in Körper und Geist.
Fenchel-Anis-Kümmel-Tee – entblähend, entkrampfend
Melisse & Lavendel – beruhigen den Vagusnerv
Schafgarbe – bei hormonellem Ungleichgewicht
Löwenzahn & Wermut – Bitterstoffe für Leber & Galle
Zistrose – stärkt bei Histamin-Themen und Entzündungen
Eibischwurzel – schützt gereizte Schleimhäute
Passionsblume & Hopfen – entspannen bei nervösem Darm
Tee trinken kann ein Ritual sein – nicht nur ein „gesundes Mittel“.
Ätherische Öle – Duft als Brücke zur inneren Mitte
Pflanzenöle wirken über den Duft direkt aufs emotionale Gehirn. Sie beruhigen, harmonisieren – und erinnern uns daran, bei uns selbst anzukommen.
Bauchöl-Rezept:
5 Tr. Fenchel süß, 3 Tr. Kümmel, 2 Tr. Lavendel → In 30 ml Mandelöl mischen – im Uhrzeigersinn auf den Bauch massieren.
Weitere wertvolle Öle:
Kardamom – lösend bei innerer Enge
Römische Kamille – krampflösend & hormonell ausgleichend
Rosengeranie – balancierend bei emotionaler & zyklischer Unruhe
Abendritual für deine Mitte
Wärmflasche auf den Bauch
Bauchöl auftragen, sanft einmassieren
5 tiefe Atemzüge
Tasse Zistrose oder Melisse
10 Minuten nichts tun → kein Handy, kein Licht – nur du und der Moment!
Das ist kein Luxus. Das ist Selbstbeziehung.
Achtsame Fragen für dein Bauchgefühl
Was belastet mich gerade – innerlich oder äußerlich?
Was habe ich heute wirklich verdaut – oder verdrängt?
Was tut mir gut – und was tue ich nur, weil ich es „sollte“?
Fazit: Heilung beginnt mit Verbindung
Ich glaube nicht an schnelle Lösungen. Aber ich glaube an Klarheit, Rhythmus – und die Kraft der Rückverbindung.
Wenn du:
dein Nervensystem beruhigst
deinem Körper Sicherheit gibst
deinem Bauch Raum zum Spüren schenkst
…dann beginnt Veränderung. Nicht über Nacht. Aber tief und nachhaltig.
Dein Bauch spricht. Dein Darm spürt. Du darfst wieder fühlen.
Abschluss dieser Serie
Ich hoffe, diese Blogserie hat dich inspiriert – zum Innehalten, zum Spüren, zum liebevollen Umgang mit dir selbst.
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Von Herzen,
deine Jutta



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